WordCamp Cologne 2015

Nach dem Camp 2014 in Hamburg, war ich an diesem Wochenende in Köln zum WordCamp 2015. Was soll ich sagen, die Hinfahrt war eine Hitzeschlacht. Ansonsten war das Wetter top! Ich will hier gar nicht auf die einzelnen Sessions eingehen die ich mir angesehen habe. Man hat gemerkt, das einige Referenten sehr viel Arbeit und Mühe investiert haben und sich in Teilgebieten Spezialwissen angeeignet haben. Mich als Entwickler haben die Themen nicht komplett tangiert, so dass ich andere Aspekte von diesem Wochenende mitgenommen habe.

Rant

Vorweg: Leute, es geht ja mal überhaupt nicht, sich als Zuschauer einer Session hinzustellen und vom Sprecher Wissen einzufordern bzw. Buzzwords für Kundenpräsentationen zu erhalten. Wenn ihr konkret etwas erwartet, dann arbeitet dieses Punkte selber aus. WordPress ist nicht ohne Grund zum Mitmachen für jeden. Dort müssen sich nicht ein paar Hinstellen und Wissen für andere Aufbereiten und in mundgerechten Stücken präsentieren.

Hey, WordPress ist eine kostenlose Open Source Software. Ein WordCamp ist keine Veranstaltung für Entscheider, wo BuzzWordBingo gespielt wird. Dort stehen kleine und größere Entwickler und Anwender die ein paar Fakten in 30 Minuten den Leuten näher bringen wollen. Es geht nicht darum, 100% des eigenen Wissens zu transferieren. Sondern als Gemeinschaft an etwas großem zusammen zu arbeiten. Das ist mir in mehr als einer Session negativ aufgefallen. Man kann anderer Ansicht sein, man kann sich zu einer Diskussion einlassen, aber man kann nicht einen einzelnen Vortragenden versuchen bloß zu stellen, nur weil man persönlich enttäuscht ist. Das ist nicht die Idee von WordPress und nicht von einem WordCamp.

Ja, manche Sessions waren eher mau für einen Entwickler wie mich. Manche Sessions waren Wiederholungen. Es hätten ruhig weniger Pluginvorstellungen dazwischen sein können. Aber: Es hat super viel Spaß gemacht. Und es ist inspirierend die verschiedenen Nutzungsszenarien immer wieder zu beobachten. WordPress installieren, Theme installieren, Plugins installieren, Seite durchstarten lassen. Es braucht nicht unbedingt ein Informatik Studium. Es braucht kein Gestalter. Jeder kann sich selber verwirklichen, seine eigene persönliche Webseite erschaffen. Super einfach und für jeden erreichbar. Besser ist Demokratie und Mitsprache kaum zu realisieren.

 

Professioneller Feierabendblogger

Mir wird mit dem Camp wieder klar, wie breit die Anwenderbedürfnisse auseinandergehen. Das fängt beim „kleinen Feierabendblogger“ wie mir mit diesem Blog an, geht dann über die Semi-Professionellen Blogger hin zu den Redaktionen — die wir im PALASTHOTEL umsorgen. Und all das schafft WordPress. Eine kostenlose Software, die mittlerweile knapp ein Viertel der Webseiten im Netz antreibt. Und es ist kein Softwaremonster, sondern kommt schlank mit gut 8 MB daher — und läuft super performant, auch auf kleinsten Webspaceangeboten.

Es verschreckt die Benutzer nicht, sondern nimmt diese an die Hand, zeigt, dass es einfach sein kann, Inhalte im Internet zu pflegen. Und das ist grandios. Dafür spricht auch der Marktanteil von gut 25%. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie einfach der Einstieg sein kann und nahezu unbegrenzt die Basis WordPress ausbaubar ist.

Wünsche

Was ich mir daher für ein WordCamp 2016 wünschen würde: Mehr Use Cases mit z.B. diesen Fragestellungen:

  • Was steckt unter der Haube von einer Seite? Also mehr Entwicklereinblicke.
  • Was sind die Gründe für bestimmte Entscheidungen gewesen?
  • Wie gut/wie schlecht wird die Seite angenommen von den Nutzern/der Redaktion? Gibt es offensichtliches Verbesserungspotential?
  • Kann von Feedbacks gelernt werden? Welche Feedbacks sind ggf. für die Community interessant?
  • Was habe ich/was haben wir aus dem Projekt gelernt?

Und auch mehr BarCamp. Mehr freie Sessions wo keine Slideshow vorbereitet werden muss. Es gibt so viele Menschen, die so viel Wissen mit sich herumtragen, die Details kennen, die einfach auf Fragestellungen sofort reagieren können. Nicht alles bis ins Detail durchplanen, einfach mal Live ins System einsteigen und dort etwas zeigen. Super einfach und das ist WordPress. Nicht ohne Grund zeigen wir gerne unseren Kunden in Gesprächen ein Live-System.

Daher:  make.wordpress.org