Weiterlesen

Das Projekt 2015 ist in den letzten Wochen etwas ins stocken geraten. Ups. Daher mal den Urlaub nutzen und ein bisschen an der eigenen Seite schrauben. Heute: Weiterlesen.

Kurz zum Hintergrund. Bei den meisten Projekten die wir im PALASTHOTEL bearbeiten ist ein Schwerpunkt unserer Konzeption, den Benutzer dazu zu bringen, mehr als einen Artikel anzusehen.

Früher war die Startseite die Einstiegswebseite. So gut wie alle Besucher kamen über diese Seite und haben darüber die weiteren Inhalte exploriert. Mit aufkommen der Sozialen Medien sind weitere Kanäle hinzugekommen. Heute streuen die Redaktionen in diesen Kanälen die Inhalte – den Link auf genau einen Artikel – und der Besucher klickt sich nur zu diesem Artikel. Und dann? Dann muss der Besucher bei der Stange gehalten werden und möglichst mit weiteren Inhalten zu einem Klick inspiriert werden.

Eines dieser Werkzeuge habe ich heute unter den Artikeln eingebaut. Weiter lesen. Dort werden basierend auf den Schlagworten und Kategorien des Artikels weitere ausgewählt und dargestellt. Jeder der dort nun einen interessanten Artikel findet, kann diesen anklicken und landet so auf einem anderen Artikel. Je besser die empfohlenen Artikel in einem Artikel sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Seiten angeklickt werden.

Etwas weiter geht da Amazon respektive die Washington Post (Jeff Bezos, Amazon-Chef, hatte die sich vor einiger Zeit gekauft). Dort werden die Daten auch aus dem Browserverlauf analysiert, um besser passende Artikel zu empfehlen.

Jeff Bezos begreift Journalismus als Service für Amazon. Unter seiner Regie wurden zwanzig Software-Ingenieure eingestellt. Die Datenspezialisten haben jüngst eine Handreichung namens „Clavis“ (Schlüssel) entwickelt, das Artikel mit Hilfe einer Schlagwortanalyse im Browserverlauf empfiehlt. Der Algorithmus wurde nach der Produktempfehlung von Amazon modelliert. Zwar unterscheiden sich die Artikelempfehlungen in der Rubrik „The Post Recommends“ rein äußerlich nicht von denen anderer Nachrichtenseiten. Doch die Logik ist dieselbe wie beim Versandhändler. Und dafür braucht die Zeitung Daten.

Quelle: Jeff Bezos krempelt die „Washington Post“ um