Trends 2016

@imPalasthotel versuchen wir einmal im Jahr einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Wir nennen dies Tellerrandday und schauen uns gemeinsam neue Technologien an, gucken, mit welchen Techniken andere Arbeiten, was neuer, hipper Shize ist.

Das ganze mit einem durchaus ernsten Hintergrund. Wir wollen frühzeitig herausfinden, mit was wir in 20 Jahren noch unser Geld verdienen können. Welche Neuerungen und Strömungen es auf dem Markt gibt.

Dieses Jahr gab es spannende Technik-Vorträge zu Webcomponents, NodeJS, Drupal 8, amphtml. Zudem hat Ute uns ein paar beeindruckte Impulse für unsere Marketingstrategie mitgegeben. Und schlußendlich habe ich einen Blick in die Glaskugel geworfen und geschaut, was die Inhalts-/ und Designtrends in den kommenden Jahren sein könnten. Und die wichtigsten Trends gibt es hier nun zum nachlesen und dann auch in einem Jahr zum nachprüfen, was aus diesen Trends geworden ist.

Vorab noch als kleine Randnotiz: Die Trends sind bereits auf den Bereich der Webseiten gefiltert mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Also redaktionsgetriebene Webseiten. Und das ganze natürlich ohne Garantie. Es gibt in der Glaskugel durchaus drei bis vier Flecken, die etwas trübe sind und da durchaus mehr als nur eine Interpretation zulassen.

Inhalt

Hier können wir zwei Richtungen beobachten. Texte werden länger und drastisch kürzer. Kürzere Texte lassen sich schneller – vor allem auf kleinen Displays konsumieren – und lassen sich auch in sozialen Kanälen besser verbreiten.

Storytelling

Gleichzeitig werden neue Werkzeuge in den Markt dringen, mit denen Redaktionen schneller ansprechende Inhalte produzieren können. Texte werden in Zukunft eine große Bandbreite an interaktiven Elementen mitbringen. Karten, Grafiken, Statistiken, Umfragen… Das Storytelling wird nur bei zeitlosen Artikeln zum Einsatz kommen.

Ein Werkzeug hierfür ist z.B. Adobe Slate.

Videos

Nun, wo wir so viel Bandbreite haben, dass Webseiten auch mit großen Bildern arbeiten können ist der nächste Schritt hin zu mehr Videos nicht mehr weit. Durch Youtube und Vimeo als Hoster und Bearbeitungssoftware ist jeder Redakteur mittlerweile in der Lage zu seinem Artikel auch ein Video zu produzieren – ohne großen zusätzlichen Aufwand bzw. ohne große technische Anforderungen. Ein Schnittcomputer und eine Renderingsoftware ist nicht mehr nötig. Das erledigt nun die Cloud.

Virtual Reality

Besonderes Video-Element wird „Virtual Reality“. Der Leser einer Geschichte kann nun direkt in das Geschehen eintauchen. Und wenn die Situation zu gefährlich ist, können z.B. auch Renderings eingesetzt werden.

Hier ein Beispiel aus Syrien. Der Betrachter entscheidet die Kamera-Blickrichtung. Bekommt einen umfassenden Eindruck vom Ort, vom Geschehen. Kann sich jederzeit um die eigene Achse drehen und so gucken, was gerade z.B. hinter dem Kameramann passiert, während ein Interview gemacht wird. Stehen dort evtl. noch weitere Menschen die das Geschehen beeinflussen?

 

Aus Artikel wird Partikel

Die Artikel werden in zwei Richtungen zum Partikel. Einmal wird, wie schon erwähnt, die Artikellänge abnehmen, da immer mehr Inhalte auf die sozialen Kanäle zugeschnitten sind. Gleichzeitig werden die Artikel aber auch durch Fragmente aus diesen Kanälen angereichert bzw. entstehen erst. Zum Beispiel die Reaktionen zu einem bestimmten Ereignis. User Generated Content.

Und natürlich werden die kleinere Displays, vor allem die Uhren seien hier erwähnt, eine andere Form an Inhalten entstehen lassen. Hier muss mit sehr wenig Display möglichst viel Information transportiert werden. Eine dreizeilige Überschrift kann schon zu lang sein.

Gestaltung

Mit kleinen Displays geht es bei der Gestaltung auch direkt weiter. Kleine Displays, wenig Platz für viel Gestaltung. Text wird in den Fokus rücken.

Typografie

Im smashingmagazine gab es vor ein paar Wochen einen interessanten Artikel, der zeigt, wohin es mit der Typografie gehen wird. Es wird vermehrt wieder auf die Systemschriften zurückgegriffen. Da nimmt die Vielfalt stark zu und jedes System bringt ähnliche, sehr gut ausgebaute Schriften mit.

Gleichzeitig werden auch aufwendig, typografisch gestaltete Inhalte entstehen. Dennoch werden Webfonts für individuelle Inhalte sorgen und weiter Verbreitung finden.

Raster

Mit Flexbox dürfte uns ein gewaltiger Evolutionssprung bevorstehen, der den Einsatz von ganz neuen Rastern mit sich bringt. Viele neue Konstruktionen sind einfach zu realisieren, während die Div-Suppe reduziert wird. Eine wahre Freude für die Frontend-Enwicklung. Und besonders spannend wird Flexbox im Zusammenspiel mit dynamischen Fenstergrößen. So lassen sich jetzt den Boxen unterschiedliche Positionen je nach Darstellung zuweisen.

IE Support

Am 12. Januar stellt Microsoft für so gut wie alle Internet Explorer Versionen den Support ein. Danach wird nur noch die aktuellste Version unterstütz. Welch Wohltat. Wer sich jetzt fragt, was hat das mit Gestaltung zu tun?  Dem sei gesagt, die meisten Kompromisse in der Gestaltung und anschließend auch der Umsetzung sind dem IE geschuldet.

Formen

Die Ära der 4:3 und 16:9 Bildformate neigt sich langsam dem Ende. Es gibt mittlerweile für mobile Geräte viele Apps, die im Hochformat Videos erstellen (Periscope, Meercat). Auch ist die Nutzung in der Regel im Hochformat. Bringen wird uns das quadratische Formate, aber auch Hochformate – die bisher sehr selten im Einsatz sind.

Illustrationen

Um sich vom Einheitsbrei der Fotos und Fotomontagen abzuheben werden Illustrationen verwendet. Technische oder abstrakte Themen lassen sich wunderbar illustrieren und bieten so einen anschaulichen Mehrwert.

Technik

Von der Technik bekommt der Webseitenbenutzer ja in der Regel wenig mit. Die Technik unter der Haube ist unspannend und nicht wirklich sexy. Daher hier nur ein paar weiche Fakten:

Ladezeiten

Webseiten werden schneller. Es wird vermehrt auf technische Benchmarks Wert gelegt. Alles muss schneller beim Nutzer sein. Durch größer werdende Inhalte aus Bild und Video muss der Unterbau schnell genug sein, alles zügig auszuliefern.

Endless Scrolling

Einfach nur nach unten wischen und die neuen Inhalte sind schon da. Ob dies wirklich ein Erfolg wird, stelle ich derzeit noch in Frage. Es ist ein graus für Benutzer auf Inhalte wieder zurückzukehren. Zu viele gelernte Mechaniken funktionieren nicht mehr. Es gibt keine 2. Seite, es gibt keinen Marker – wo war ich – sondern es ist nur noch ein Fluß. Für sich stetig ändernde Inhalte im Nachrichtensektor sicherlich eine gute technische Neuerung. Für anderen Einsatzzwecke aber überdenkenswert.

Werbung

Native Advertisement

Freunde von Freunden machen es vor. Inhalte können auch ohne offensichtliche Werbung entstehen und erfolgreich vermarktet werden. Das Geheimnis sind so genannte Native Advertisements. Also z.B. Produktbeschreibungen oder auch nur Produktplatzierungen. Nicht direkt sichtbare Werbung ist ehrlicher, ist ansprechender für den Konsumenten, den dieses Produkt anspricht.

Bessere Werbung

Prust. Auch wenn es viele technische Möglichkeiten gibt, die Werbung wird weiterhin auf dem 960er Raster bestehen bleiben und sich davon nicht abbringen lassen und so am Ende auch innovativen Ideen im Wege stehen.

Fazit

Es wird im Internet auch weiterhin eine Konstante geben. Den Wandel. Nichts steht fest. Es entstehen neue Formate, Ideen, Frameworks… und es wird weiterhin Spaß machen diesen Wandel zu beobachten und mit zu gestalten. Oft sind es kleine Fakten die sich ändern.