Homepage

Homepages? Benötigen wir diese überhaupt noch? Johnny Haeusler rät den Großverlagen, die eigene Webseiten einzustellen und die Inhalte über die sozialen Kanäle Facebook, Twitter und Snapchat zu verteilen. Dort wo die Zielgruppe/der Konsument eben ist.

In allen belangen kann ich dem nur beipflichten. Die Startseite hat ausgedient. Einstiegsseiten ist die Artikelseite. Nur noch der Inhalt, der außerhalb der Seite geteilt wurde, wird aufgerufen. Von Twitter kommend, kurz den Artikel lesen und dann wieder gehen. Ich gucke auch eher in meinem Feedreader und steige dann direkt auf der Artikelseite ein.

Die Nöte entstehen an der Stelle, wo  Besucher dazu animiert werden sollen, weitere Seiten des gleichen Angebots anzusehen. Teilweise begegnet man diesem mit einer vorgeschalteten kleinen Introseite, wo der Artikel noch einmal ausgewählt werden muss. Aber das ultimative Konzept scheint noch nicht gefunden. Die Werbung für die Artikel muss außerhalb der eigenen Plattform passieren. Ja, Artikel müssen Aktiv als eigenständiges Produkt beworben werden.  Und das ganze aus den bestehenden oder neu einzusetzenden Content Management Systemen heraus.

CMSe

Diese müssen zunehmend mehr können als heute. Inhalte verwalten wird immer mehr zur Nebensache. Auf die diversen Kanäle optimierte Inhalte ausspielen wird das Tagesgeschäft. Und wie ich die Redakteure kenne, sollte dies nach Möglichkeit automatisch funktionieren. Ob dies machbar ist/wird?

Ausblick

Ich lehne mich jetzt mal etwas aus dem Fenster. Die nächsten Jahre werden wir zunehmend den Trend sehen, dass Inhalte beworben werden. Kurze Werbeclips/snippets in den sozialen Netzwerken. Die Inhalte werden länger und hochwertiger. Und zunehmend hinter Bezahlschranken verborgen. Und die Startseite wird weniger relevant. Von daher: Abschaffen, was keiner braucht!

 

Ein Kommentar zu „Homepage

  1. Da kann ich was zu sagen: Das wird in einem großen deutschen Verlagshaus bereits weitreichend so gemacht. Für die großen Print/Online Titel gibt es im Hauptredaktionssystem einen kanalneutralen Workflow: Geschichten werden zunächste in neutralen „Ordnern“ erstellt, die dann „Unterordner“ für die jeweiligen Kanäle bekommen, in denen jeweils ein eigener Redakteur die Geschichte für den Kanal aufbereitet. Die Zentralredaktion ergänzt dabei den „Hauptordner“ kontinuierlich mit neuen Texten und Medien, die die Redakteure der Unterkanäle dann wiederum verwenden können. Das geht zur Zeit effektiv latürnich nur mit sehr großen Redaktionen.

    Ich glaube trotzdem nicht, dass die Homepage verschwinden wird. Das hat zwei Hauptgründe: Zum einen ist die Homepage eine „innenpolitische“ Sache. Die Homepage ist wichtig, um Macht und Pfründe innerhalb der Redaktion zu verteilen.
    Wer denkt, das könnte man einfach so abschaffen, hat keine Ahnung von den Mechaniken innerhalb einer Redaktion.

    Zum anderen ist sie für die Benutzerführung wichtig. Es braucht diesen zentralen Punkt, zu dem man von allen Seiten aus kommt, und der den Nutzer systematisch und hierarchisch in die gesamte Substanz führen kann.

    Ich kann mir allerdings vorstellen, dass dort immer weniger „News-Rotation“ läuft und immer mehr Navigationswerkzeuge.

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