Gelernte Funktionalität

In der Webseitengestaltung bzw. sogar vorher, in der Konzeption wird oft auf gelernte Funktionen gesetzt. Oben links steht das Logo der Seite, rechts die Suche. Am Fuß der Seite gibt es Links zu Impressum, Kontakt und solchen Informationen, die nicht jeder auf den ersten Blick sehen muss. Das sind gelernte Informationen, die ohne einer Gesetzmäßigkeit sich über die Jahre entwickelt und durchgesetzt haben. Oder auch die drei horizontale Striche, der Hamburger, hat sich als Icon für ein Menü durchgesetzt und wird mittlerweile akzeptiert und erkannt.

Nun ist Twitter auf die Idee gekommen, die bisherige favorisieren Funktion – durch ein Stern symbolisiert – mit einem Herz zu ersetzen. Um dem Tweet, ähnlich Facebook, ein „like“ zu verpassen.Ich, und halb Twitter, fragt sich aktuell, ob dies wirklich der richtige Weg ist. Ob der gelernte Sinngehalt jetzt weiterhin identisch sind. Oder ob es einen ganz anderen Sinn darstellt.

Favorisieren ist an sich schon doppeldeutig. Einmal kann man für den Tweet stimmen, also die Meinung vertreten, das Bild lustig finden und das dann favorisieren. Oder, man möchte ähnlich einem Browser, den Tweet favorisieren um diesen dann wie ein Lesezeichen gespeichert zu haben. So ist es eigentlich konsequent, nun ein Herz-Icon einzusetzen um den Fokus auf den Tweet zu legen – und nicht mehr auf das Lesezeichen. 

Konsequent wäre vermutlich, beide Icons einzuführen. Favorisieren um diesen als Bookmark abzulegen und Herzen/Liken, um seine Zustimmung für diesen Tweet auszudrücken. So ist es nur etwas verwirrender geworden in der Icon-Welt-Internet.