Dr. Oetker Schulkochbuch

Heute kommt ein ganz besonderes Kochbuch auf den Küchentisch. Das Dr. Oetker Schulkochbuch von 1963. Entsprechend sind die Rezepte und Texte.

Aus dem Vorwort

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Auch im neuen Gewand wird das Dr. Oetker Schulkochbuch allen denen ein Leitfaden sein, deren Aufgabe und Wunsch die abwechslungsreiche Gestaltung des täglichen Speisezettels ist. hierzu gehören die erfahrenen Hausfrauen ebenso wie das junge Mädchen von heute – die Hausfrau von morgen –, insbesondere die Haushaltsschülerin und nicht zuletzt aber auch die „Herren der Schöpfung“, für die sich das Dr. Oetker Schulkochbuch in der Küche des Strohwitwers wie des Junggesellen stets als Retter in der Not erwiesen hat, die es aber auch als zuverlässige Ableitung schätzen, wenn sie sich das Kochen als Steckenpferd erkoren haben. So ist dieses neu gestaltete Buch ein Standardwerk für alle, die es sich angelegen sein lassen, jede Mahlzeit zu einem stets mit Freude erwarteten Ereignis zu machen.

Und weiter in der Ernährungslehre

Der Hunger und die Nahrung
Mit dem ersten Schrei fängt das Leben an, und mit seinem Schreien macht sich der Säugling am unmißverständlichsten seiner Umgebung bemerkbar – mit seinem Schreien aus Hunger, mit seinem Schreien nach Nahrung. Im Laufe der Jahre ändern sich zwar die Ausdrucksformen des Hungers. Bis zum Ende des Lebens bleibt er indessen unser ständiger Begleiter. Der Hunger spornt an und macht erfinderisch. Der Pflug und die Milchkuh und der Kühlschrank verdanken im ihre Entstehung. Der Hunger zerstört aber auch Leib und Seele. Er löst die Bindungen der Gemeinschaft und Freundschaft und macht den einen zum Feind des anderen. Not lehrt nicht nur beten, sondern auch fluchen.
Auf vielerlei Weise haben es die Menschen verstanden, mit dem Hunger fertig zu werden. Unsere Vorväter sammelten und jagten alles irgendwie Eßbare, dessen sie habhaft werden konnten. Später, nachdem sie entdeckt hatten, daß aus dem Samenkorn eine neue Pflanze entstehen kann, ernährten sie sich „von den Früchten des Feldes“, und heute kommt unsere Nahrung aus allen Teilen der Welt. Im hohen Norden sind Fische und Robben die Hauptnahrung, in Asien ist es der Reis oder die Milch, in Südamerika das Fleisch der Rinder. Unübersehbar ist die Fülle der Dinge, mit denen der Mensch seinen Hunger stillen und satt werden kann. An kein bestimmtes Nahrungsmittel ist er gebunden, um sich erhalten und fortpflanzen, um tätig sein und sich freuen zu können. Diese Freiheit der Wahl bleibt erstaunlich, so altbekannt und selbstverständlich sie scheinen mag. Der Mensch verdankt sie seiner Fähigkeit, die Nahrungsmittel in ihre Bestandteile zu zerlegen, das Brauchbare zu behalten und den eigenen Bedürfnissen anzugleichen und das Unbrauchbare wieder abzugeben – er verdankt sie seiner Fähigkeit zu verdauen. Die Bestandteile, aus denen die unübersehbare Zahl der möglichen Nahrungsmittel sich aufbaut – wir nennen sie die Nährstoffe –, sind immer wieder dieselben. Die Zahl der Nährstoffe ist verhältnismäßig klein, die Zahl der Nahrungsmittel unbegrenzt.
Jeder Nährstoff hat seine besondere Aufgaben, in deren Erfüllung er durch andere Nährstoffe gar nicht oder nur begrenzt ersetzbar ist. Wachstum und Lebenserhaltung, Leistung und Lebensfreude kann die tägliche Nahrung aber nur dann sichern, wenn sie den Bedarf an allen notwendigen Nährstoffen deckt. Entscheidend ist deshalb die Beantwortung der Frage, wieviel von jedem Nährstoff der Mensch braucht, um gesund, leistungsfähig und lebensfroh zu sein, und die Beantwortung der zweiten Frage, welche Nahrungsmittel diesen bedarf am besten und leichtesten befriedigen.

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Die Zutaten im Schulkochbuch

Spezielle Zutaten Fehlanzeige. Die klassische Dr. Oetker Küche kannte nur eine begrenzte Menge an Zutaten. Es gab ja noch keine Discounter und auch das Sortiment war sehr überschaubar.

 

Die Rezepte im Schulkochbuch

Alles, was in der Küche der 50er und 60er zubereitet wurde. Mit den wenigen Zutaten sind dennoch zahlreiche Kombinationen im Buch zu finden.

Die Gestaltung des Schulkochbuch

Mit seinen 53 Jahren auf dem Buckel ist die Gestaltung natürlich nicht mehr ganz zeitgemäß. Die Bebilderungen sind minimal. Die Schriftgröße ist auch sehr minimal – und Weißraum wurde erst später eingeführt. Es ist ein vollgestopftes Werk – mit funktionalem Hintergrund.

 

Ein Standardwerk für die Küche. Mit diesen Basisrezepten lassen sich vermutlich alle weiteren Rezepte ableiten.

 

 

Kartoffelsalat #12

Quelle: http://www.anne-birga.de/kartoffelsalat-12

Ein Kommentar zu „Dr. Oetker Schulkochbuch

  1. “ hierzu gehören die erfahrenen Hausfrauen ebenso wie das junge Mädchen von heute – die Hausfrau von morgen“ … Holly Cannoli!

    Wie irrsinnig schnell sich die Zeiten doch ändern.

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