Der grüne Clip

Der grüne Clip war bis vergangene Woche mein Schlüsselfragmenthalter. Ich habe es gerne, wenn die einzelnen Elemente mal kurzfristig getrennt werden können, ohne mit diesen bekannten Ringen jonglieren zu müssen. Finger einquetschen, Fingernagel drunterfriemeln, was es da nicht alles an Möglichkeiten gibt um die Schlüssel rein und wieder raus zu bekommen.

Mit dem Clip – der wie so ein Frischhalteclip, nur in viel kürzer – hatte ich also meinen Schlüssel zusammengebunden. Nach zehn Jahren hat das gute, grüne Stück Plastik nun seinen Dienst aufgegeben. Das ist nichts wildes, das ist Plastik. Die Geschichte hinter dem Clip wollte ich hier aber einmal niederschreiben. Es war vor den besagten zehn Jahren im Zivildienst. Dort machte ich im Mobilen Sozialen Dienst auch Einkäufe für ältere Menschen.

Eine ältere Dame mit Oberschenkelhalsbruch durfte nicht die Wohnung verlassen und so gurkte ich dann durch den Bielefelder Osten für sie zum einkaufen. Vier mal körniger Hüttenkäse waren die Basics jedes Wocheneinkaufs. Und wenn in der Woche noch etwas Zeit über war, so wurde die Zeit genutzt und ich musste zum Kesselbrink zum Biobäcker und dort zwei Rosinenbrötchen kaufen. Diese Brötchen gab es immer in Plastikbeuteln, damit die länger frisch bleiben. Und zur Verabschiedung drückte die nette Dame mir dann meist eines der Brötchen für den Weg in die Hand.

Irgendwann sind mir die Brötchen dann zu den Ohren raus gekommen, so dass ich dann ablehnte und wohl nicht die richtige Ausrede parat hatte. So gab Sie mir von da an die Brötchen in der Plastiktüte mit auf den Weg – inklusive dem praktischen grünen Clip.